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FSV 06 Ohratal e.V.

1.Mannschaft : Spielbericht Thüringenliga, 25.ST

FSV 06 Ohratal   SC 1903 Weimar
FSV 06 Ohratal 2 : 2 SC 1903 Weimar
(0 : 1)
1.Mannschaft   ::   Thüringenliga   ::   25.ST   ::   22.05.2022 (15:00 Uhr)

Ohratal beweist Moral

Eine ungewohnte Ruhe umgab den Ohrdrufer Sportplatz, als Schiedsrichter Dirk Läsker den finalen Pfiff ertönen ließ. Dem Resultat nach hatte kein Team verloren, in der Wertigkeit des 2:2 aber gefühlt alle. Sowohl für den FSV Ohratal, als auch für den SC 03 Weimar, war das Remis im als „Sechs-Punkte-Spiel“ angesehenen Duell wohl zu wenig, um die Klasse in der Thüringenliga zu halten.

Ein Blick in die Gesichter der Akteure verriet dann eben auch, dass die Enttäuschung über allen anderen Dingen stand. „Ein Paradebeispiel dafür, wie unsere Saison läuft. Wenn du in der Rückrunde gefühlt kein Spiel gewinnst, steigst du halt ab. Das ist schade für die Jungs, aber der Spielverlauf war irgendwie typisch für uns“, sagte ein geknickter Gästetrainer Michael Junker. In ein ähnliches Horn blies Gegenüber Thomas Giehl. „Das hilft weder Weimar noch uns. Wir haben uns mehr erhofft, aber es hat nicht so ganz gepasst“, befand er.

Immerhin konnten die Ohrdrufer für sich verbuchen, eine große Moral an den Tag gelegt zu haben. 0:2 zurückgelegen, ausgeglichen, gegen Ende dem Sieg sogar näher gewesen – das sind positive Zeichen eines Tabellenletzten. Gleichwohl fragten sich nicht nur die heimischen Zuschauer, warum ihr Team fast eine Stunde Anlaufzeit brauchte, um gegen Weimar eine Gleichwertigkeit auf den Rasen zu bringen.

Der Vorletzte schien zunächst deutlich mehr verinnerlicht zu haben, dass die Begegnung ein letzter Strohhalm im Kampf um den Klassenerhalt bedeutet. In der Anfangsphase war es immer wieder Angreifer Adam Luca Ruffert, der die Akzente setzte. Zunächst scheiterte er an Torwart Stefan Horn, kurz darauf ging sein Kopfball über das Tor (5./9.). Und so kam die Weimarer Führung nicht überraschend. Ohratal verlor den Ball in der Vorwärtsbewegung, wobei einige ein Foul an Philipp Kiebert gesehen hatten. Der Ball kam auf die rechte Seite zu Nico Zeitz, der flach in die Mitte zu Ruffert passte, welcher wiederum aus acht Metern traf – das verdiente 1:0 war perfekt (25.).

Die Gäste machten auch danach den reiferen Eindruck, während Ohrdruf zu eintönig agierte. Die langen Bälle auf Marty Jung erwiesen sich als nutzlos, weil Weimars Abwehrchef Florian Sachs gefühlt jeden Zweikampf gewann. Und auf der Gegenseite verhinderte Maximilian Hill mit einer sensationellen Rettungstat vor Erik Orlamünde sogar das sichere 2:0 (34.). Nach der Pause kamen die Hausherren aufgeweckter aus der Kabine. Erste Chancen von Niklas Beese und Max Wildies machte Ex-Ohratal-Keeper Max Stern aber zunichte (47./52.), Ernst Gorfs Schuss wurde auf der Linie geklärt (66.). Fast im Gegenzug schien dann die Vorentscheidung gefallen zu sein. Thomas Schönau – diesmal mit einem gebrauchten Tag – spielte einen Rückpass auf Maximilian Seitz, der aber von seinen Mitspielern nicht informiert wurde, dass ein Gegenspieler im Anmarsch ist. Zeitz klaute ihm den Ball, tunnelte noch Gorf und lief dann allein auf Horn zu, den er ausschaute – 2:0 (68.).

„Dilettantisch“, umschrieb Giehl die Aktion, die nur deshalb keine größeren Schäden hinterließ, weil Beese eine Minute später mit einem fulminanten Freistoß aus 25 Metern in den Winkel verkürzte (69.).

Der Standardtreffer weckte Ohrdruf auf, während Weimar immer nervöser agierte und seinen Stiefel nicht mehr herunterspielte. Als Jung im Strafraum Wildies fand und dieser mit einem Kullerball den Ausgleich erzielte, wurde die Leistungssteigerung der Ohrataler belohnt (81.). „Wir sind leider nicht mit Selbstvertrauen überhäuft. Du bist nach dem 2:1 aufgeregt – bitter“, meinte Junker im Nachgang.

In der späten Druckphase wollten die Hausherren mehr, klare Einschussmöglichkeiten fanden sich jedoch nicht mehr, sodass die Partie letztendlich gerecht 2:2 endete – dem wohl ungünstigsten Resultat für beide Teams.

 


Quelle: TA

Fotos vom Spiel