FSV 06 Ohratal e.V.

Der neue Trainer im ersten Interview

Stefan Pfannstiel, 08.05.2020

Der neue Trainer im ersten Interview

Etwas mehr als 24 Stunden sind seit der Vorstellung von Thomas Giehl als neuer Trainer unserer 1. Männermannschaft vorbei. Thomas Rudolph von der Thüringer Allgemeine hat direkt mit ihm gesprochen. Das komplette Interview gibt es hier zum Nachlesen.

 

"Gleich auf einer Wellenlänge"

Am Donnerstag präsentierte Fußball-Landesklässler FSV Ohratal mit Thomas Giehl seinen neuen Trainer. Er tritt die Nachfolge von Michael Storch an, der sein Amt aus familiären Gründen niederlegt. Wir sprachen mit dem 47-Jährigen, der als Spieler unter anderem für den FC Rot-Weiß auflief, über sein neues Engagement.

Hat es nach der Trennung vom SV 09 Arnstadt am 9. Dezember 2019 sehr gekribbelt, wieder eine Mannschaft zu übernehmen?
Meine Entlassung dort war damals ein herber Schlag. Ich war 13 Jahre am Stück Trainer; als ich dort von heute auf morgen gehen musste, war das seelisch und moralisch ein großer Verlust und ich befand mich in einer kleinen Trauerphase. Glücklicherweise hielt sie nicht zu lang an, obwohl ich erstmal keine Lust auf etwas Neues hatte. Ein paar Kreisoberligisten fragten an, ich hätte mich beinahe in ein Abenteuer gestürzt, aber es war noch zu früh. Allerdings habe ich auch gemerkt, dass es ohne den Fußball nicht geht. Ich bin gerne als Trainer auf Landesebene tätig. Als sich die Ohrdrufer meldeten, war ich gleich interessiert.

Noch ist nicht abzusehen, wann wieder normal trainiert werden kann. Wie baut man da eine Verbindung zur Mannschaft auf und verschafft sich einen Überblick?
Das ist bereits erfolgt. Wir hatten einige Telefonate und Treffen – natürlich gemäß den Auflagen mit Abstand. Auch mit dem Mannschaftsrat stand ich schon in Kontakt und habe die ganzen Gepflogenheiten abgeklärt. Wir haben schnell gemerkt, dass wir auf einer Wellenlänge liegen. Eigentlich sollte ja „Micha“ seine Jungs durch die Saison führen. Dass es durch die Pause jetzt so kam, war nicht abzusehen. Eigentlich bin ich immer einer, der einen gesunden Schnitt möchte. Aber in diesem Fall springe ich zur Halbserie ein, das ist auch für mich neu. Das Team ist absolut intakt. Also gilt es, mit viel Feingefühl an die Sache zu gehen.

Das Team ist eingeschworen und spielt seit Jahren zusammen. Ein Vorteil für Ihre Arbeit?
Das kann ich noch nicht vorhersagen. Als Trainer ist man immer bestrebt, etwas aufzubauen. Was in Ohrdruf besteht, kann man sich nur wünschen. Hier herrscht eine hohe Konstanz. Ich habe gleich gemerkt: das ist ne Truppe, so wie es bei mir als Spieler bei Erfurt Nord und Schott Jena war.

Durch die Fortführung der Saison im Herbst geht der FSV als Erster in die verbleibenden Spiele. Der Aufstieg ist weiterhin das Ziel?
Ja, und daran ändert sich nichts. Da sprechen wir eine Sprache. Wir wollen zeigen, dass Ohrdruf zu Recht da oben steht.

Ein neuer Trainer bringt gerne Spieler mit. Noch ist unsicher, wie und wann gewechselt werden darf. Wie verbleiben Sie mit potenziellen Neuzugängen?
Aktuell planen wir mit so wenig Veränderungen wie möglich. Ob Leute gebraucht werden – da hat die Mannschaft und der Vorstand viel mehr Erfahrung. Natürlich gibt es Gespräche, aber da hänge ich mich nicht rein. Ich werde nicht bewusst neue Leute mitbringen. Wenn jedoch einer auf den Zug aufspringt und gerne mit mir arbeiten möchte, kann man sprechen. Allerdings sollten es nicht zu viele sein. Ich glaube, das wäre nicht richtig. Bisher hat Ohrdruf alles richtig gemacht. Wieso sollte man das ändern?

 

Text: Thomas Rudolph (Thüringer Allgemeine), Foto: Jens Lohse


Quelle:Thüringer Allgemeine